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08.09.2010 12:30
Andreas Martin
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Eigener Text

Ich bin einer der waschechten Jenenser in unserer Gruppe. Ich bin auch der Älteste, was manchmal den Zugang zu diversen Aussagen und Geschehnissen von und mit den anderen erschwert... Was aber auch nicht heißt, dass ich kein Kindskopf wäre. Immerhin wechselt meine Rolle vom "Ermahnenden" und zur Ordnung Rufenden zum Herumalbernden, der hin und wieder anstrengend für die anderen ist. Da sich diese Rollen in der Gruppe aber sowieso ständig abwechseln, ist da doch ein guter Ausgleich vorhanden. Wie sagt man so schön, durch Reibung entsteht Wärme ;-)

Geboren in Jena, besuchte ich, wie sich das für ein Wendeschulkind gehörte, 3 Schulen (Adolf-Reichwein-Oberschule, Talschule, Gymnasium am Anger). Weiterhin habe ich an der FH Jena Laser- und Optotechnologien mit Abschluß Bachelor of Engineering studiert, und tue dies noch, mit dem Ziel: Master of Engineering.

Ansonsten blicke ich auf 19 Jahre Gesangserfahrung zurück. Ich bin 1990 in den Knabenchor der Jenaer Philharmonie eingetreten und diesem bis 1999 treu geblieben, mit wechselnder Lust und Teilnahme. Dann habe ich zu den Jena Jubilee Singers gewechselt, wo ich unter anderem den Usch kennen lernen durfte und wir gute Freunde wurden (nur durch mich ist der nämlich dabei!). Jedenfalls bin ich 2005 in einen weiteren Chor eingetreten, weil sich die einmalige Gelegenheit bot, bei SolaLa. Das war ein gemischter Chor mit 6 Frauen und 6 Männern. Als aber Mitte 2007 die Octavians zwei Mitglieder ersetzen mussten, habe ich kurzentschlossen wieder gewechselt. Unterschlagen habe ich jetzt, dass ich im März 2007 auch von den Jubilees zum Jenaer Madrigalkreis gegangen bin. 2007 war also ein mächtiges Jahr der Umbrüche in meinem Leben. Das ist wohl meinem unbedingten Leistungswillen geschuldet. Ich möchte halt in einem Chor, der das Potential zu guten Leistungen hat und dieses auch ausschöpfen kann. Das kann aber manchmal zu Spannungen mit den anderen Chormitgliedern oder der Chorleitung führen, wenn da unterschiedliche Triebkräfte und Zievorstellungen aufeinander treffen. Deshalb bringe ich mich auch bei den Octavians an allen Ecken und Enden in die Probenarbeit ein, indem ich irgendwelche Vorschläge mache. Dieser Umstand ist mittlerweile oft Hintergrund diverser Streitigkeiten oder Missverständnisse mit anderen, die die Probe wesentlich nachhaltiger als ich gestalten, oder viel mehr leiten.
 Hier sei noch erwähnt, dass wir an sich ein sehr basis-demokratischer Chor sind, was ich sehr begrüße, doch muss nicht jedes kleine Detail von 8 Köpfen abgenickt werden (dann kämen wir nie zum Proben, geschweige denn zu einer Art Konsens). Zu meiner Funktion als erster Bass muss ich sagen, dass ich dem mittlerweile entstiegen bin. Ich bin von der Stimme her, wie die meisten Männer, ein Bariton. Mir erging es, wie den meisten Tenören, auch so, dass ich nach oben trainiert wurde. Die Zeit hat gezeigt, dass mir das Tenor singen sehr viel Spass macht. Darin begründet liegt auch, dass ich anfänglich bei den Octavians den ersten Bass sang. Erstens gab es keinen Grund, mich in den Tenor einzuordnen (wesentlich brilliantere und potentiell Alto - fähigere Stimmen als meine vorhanden (s.u.); e.g. Matthias und Micha S.), außerdem fehlten die Stimmen halt prinzipiell im 1ten Bass, als ich dazu kam. Bass zu singen ist auf jeden Fall eine Herausforderung, wenn man das nicht allzu häufig macht. Ich bin auch der Meinung, jetzt besser zu verstehen, was die Probleme beim Bass-Singen sind, denn die meisten Tenöre schauen meist abschätzig "nach unten". Aber man sollte nie sein Fundament verachten, zumal es eine Schweinearbeit ist, als Fundament nicht wegzubrechen, wenn sich alle auf einen draufsetzen, nicht wahr, liebe Tenösen?

Mittlerweile bin ich doch wieder in meiner, dem Namen nach zumindest, Lieblingsstimme angekommen. Der traurige Punkt des Weggangs von 3 Mitgliedern, die den Chor maßgeblich prägten (e.g. Micha S.; Schnedi und Hanni) bot für mich die Möglichkeit, um die ich lange kämpfen musste. Leider, ja, ich sage leider, bot sich kein vernünftiger Ersatz für Micha an, der in Höhe und Klang ihn hätte ersetzen können. Denn der Tenor bei uns erfüllt halt doch eher die Funktion eines Alto. Und da alle verheißungsvollen Namen und Personen die Position des Alto nicht übernehmen konnten / wollten / sollten, durfte ich mich an dieser Aufgabe messen (lassen). Bis dato hab ich noch meine Schwierigkeiten, aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Für mich steht jedenfalls das zwanzigste Jahr Sängertätigkeit bevor, und auch wenn ich kein einfacher Charakter bin, so sind wir doch alle prinzipiell Diven, die sich ob der Musik willen zusammen finden. Dies findet ihren (mittlerweile alljährlichen ;-) ) Höhepunkt in unserem September - Konzert im Volksbad. Also Mädels: nächstes Jahr geb ich einen aus, weil ich es so lange beim Singen ausgehalten hab... nee, noch besser, Ihr gebt mir einen aus. Einfach aus Prinzip ;-)

Schließen möchte ich noch mit einem Zitat, welches meine Einstellung zu den Geschehnissen um mich herum sehr oft prägt:

"Wir kamen zu der Einsicht, dass es müßig sei, nach dem Sinn des Lebens zu fragen. Denn das Leben ist die Frage, und Du selbst bist die Antwort!" (Vergil)

Aber jetzt ist es Zeit, die anderen über mich reden schreiben zu lassen.

Kommentare der Anderen

Usch:

17 Jahre Gesangserfahrung - wow! Andreas und ich kennen uns schon eeeeewig. Bei den Jena Jubilee Singers übernahm er so gut wie jedes Solo und das nicht ohne Grund. Als eigentlicher Tenor macht er sich sehr gut als mein Kollege im 1. Bass. Smile Aufgrund seiner langen Lebenserfahrung und mittlerweile nur noch teilweise vorhandenen Albernheit spricht er neben Schned auch ab und zu mal ein Machtwort, damit die Probendisziplin nicht total aus den Fugen gerät. Einen riesengroßen Pluspunkt bekommt Andreas von mir dafür, dass er alle Aktivitäten unter einen Hut bekommt: Die Octavians (ganz oben ^^), Studium, Freundin, Tanzschule, Madrigalkreis und das Wichtigste: mit uns einen trinken gehen! Respekt!

Matthias:

Kennen gelernt habe ich Andreas (seit über einem Jahr mein Stimmkollege) im Jenaer Madrigalkreis. Schon damals war mir klar, dass er nicht nur ein guter „Ersatzmann“ sondern eine wirkliche Bereicherung für die Octavians sein könnte. Das er diese Erwartungen in mittlerweile 3 Jahren Mitgliedschaft durch seine große Musikalität und besondere Klangfarbe nicht nur erfüllt, sondern übertroffen hat, bedarf keiner näheren Erläuterung. Andreas ist auch als Gruppenältester für jeden Unsinn zu haben, kommt aber auch regelmäßig seinen väterlichen Pflichten nach. Der Öffentlichkeit wird Andreas durch die ein oder andere (legendäre) Ansage oder als Solist bei dem Stück "Lonesome road" bekannt sein. So ist er innerhalb kürzester Zeit zu einem waschechten „Octavian“ geworden, der aus dem Gesamtbild nicht mehr wegzudenken ist.

René:

Senior, Seniorita..wo ist der Unterschied..und damit möchte Andreas für sein blendendes Aussehen bei dem Alter(^^) schmeicheln. Du bist uns zwar in den Jahren schon weit voraus (und stimmlich auch 'ne Wucht), aber einfach nur die ideale Ergänzung für unsere Gruppe, sowohl stimmlich als auch charakterlich. Eine Probe hat nur halb so viel Spannung , nur halb so viel "kritisches Verständnis" und nur halb so viel "TANZPOWER" ohne dein Beisein. Dass du leider in den ersten Bass musstest und nich in der könglichen Stimmgruppe (Tenor, was sonst) singen durftest ist denke ich, ein vertretbares Los, welches du mit Würde und bestechender Meisterhaftigkeit absolvierst. Verdammt, mir fällt einfach nicht mehr zu dir ein (a) wir kennen uns noch zu wenig, (b)du bist einfach zu gut, ich kann dich nicht nur loben (vllt. noch, dass du ein physikalisches Studium machst!!!!) und (c) ich dich in keinster Weise kritisieren kann und will, weil du 'eh drüber stehen würdest und ich auch keine Gründe finden würde!
Kurzum: Stark! Bitte mehr davon^^
PS: Man haben wir viele Ähnlichkeiten!Wink

Heiko:

Der Goleo oder auch Simba in der Pubertät führt uns voran auf Jenas Straßen, welche er wie kein anderer befährt. Dabei kommt bei unsem Gruppenrenter nie der Spass zu kurz... nagut wenn man schon mit einem Bein im Sarg steht ist das verständlich... Ne mal ehrlich, mann merkt ihm sein IMMENSES Alter nicht an. Stimmlich ist er der wohl am ausgeglichendsten mischende Mensch den ich kenne. Andreas, ich freu mich auf die weitere Zusammenarbeit mit dir!

Micha:

...folgt...

Martin:

...folgt...

Kommentare der Ehemaligen

Schned:

In unserem Senior der Gruppe zeigt sich, dass eine Knabenchorausbildung tatsächlich Früchte tragen kann und eine Lebensweise in gewisser Hinsicht etabliert. Dieser Tatsache ist es wohl auch zu verdanken, dass er sich als neu hinzugekommenes Mitglied so harmonisch in das Ensemble einfügen kann und stets mit konstruktiven Ideen parat steht... Er ist eine wahre Bereicherung als Bass 1 (trotz der Tatsache das er eig. eine Tenorausbildung genoss) und fügt sich auch nahtlos in die "After-Rehearsal-Acitvities" ein. Ein absolut verlässlicher Zeitgenosse, der auch Frisur-technisch ganz weit oben steht!

Hanni:

Unser gutes Gewissen steht im ersten Bass. Denn letztlich ist er es, der Schneds oft untergehenden Ermahnungen die nötige Nachdrücklichkeit gibt. Dass bei uns ein Tenor den ersten Bass singt, zeugt natürlich von an Dekadenz reichenden Luxus, andere würden sich nach nur einen Tenor wie ihn verzehren. Er jedoch füllt seine Rolle mehr als nur aus und gibt ihr seine ganz persönliche Note hinzu. Nur manchmal, in Augenblicken größter Wehmut, etwa beim EGA, sehnt er sich nach einem Violinenschlüssel in seiner Zeile... doch ich glaube, er findet sich auch als Bass 1 doch sehr gut ein. Außerdem fährt er das coolste Auto von uns allen. Ein großer Gewinn für unsere Gruppe!